Anwendungsbeispiel:
Sie haben auf Ihrem
Fremdwährungskonto ein EUR Guthaben, für das Sie 0,50% Zins erhalten.
Gleichzeitig sind Sie aber in CHF verschuldet, für die Sie 6,5%
KK-Verzinsung bezahlen. Die EUR benötigen Sie in 1 Monat zur Begleichung
einer Warenrechnung und möchten diese darum nicht verkaufen, um ein
Währungsrisiko auszuschliessen. Das ergibt Wechselkursbereinigt zu 1.55 bei
1/2 Mio EUR Nettozinskosten von CHF 3'875.-
Optimierungsmöglichkeit:
Sie tauschen die EUR
gegen CHF für die Zeit von 1 Monat mittels eines Swaps (=angloamerikanischer
Ausdruck für Tausch). Da die EUR-Zinsen höher als die CHF-Zinsen sind,
erhalten Sie folgende Kursofferte von Ihrer Bank: Verkauf EUR/CHF zu 1.55
und Rückkauf EUR/CHF in einem Monat zu 1.5488. Das Nettoresultat ist nun ein
Gewinn von CHF 600.- (anstatt eines Verlustes von 3'875.-) und
erhalten genau einen Monat später wieder 1/2 Mio EUR!
Verschiedene Ansätze begrenzen das Ziel des
Währungs- und Zinsmanagements auf das individuelle Absichern eines bestimmten
Geldflusses in der Zukunft um negative Währungseinflüsse auszugrenzen. Damit
wird oftmals auch die Chance auf einen Kursgewinn ausser Kraft gesetzt. Die
Kernfrage lautet somit:
Beherrscht das Risiko uns
oder beherrschen wir das Risiko?
-
Risiko
qualifizieren (Export / Import / Finanzierung / Gewinn)
-
Risiko
quantifizieren (Gesamtrisiko beträgt z.B. CHF 10'000)
-
Risiko
steuern und Chancen nutzen (Risikopotential vs. Value at Risk)
Erst
nachdem diese Schritte konsequent umgesetzt wurden, kann entschieden werden,
welche Instrumente für eine Absicherung geeignet sind. Dies können Geldmarkt-,
Termin-, Options- oder sonstige Hedges sein. Beachten Sie hierzu
insbesondere IAS 39 bevor die Absicherung getätigt wird, wenn Ihr
Unternehmen nach IAS bilanziert.
Strategie
Die Basis für jegliches Handeln sollte,
zumindest im Devisen- und Zinsmarkt, unbedingt klar rational und strategisch
ausgelegt sein. So empfehlen wir zuerst immer den absoluten 0-Punkt
herauszufinden. Das ist der Moment, wo Devisen- und Zinsrisiken eine die
kritische Grösse überschreiten. Die kritische Grösse ist dabei der Betrag, der
für Ihr Unternehmen Existenzgefährdend ist. Eine Absicherung auf diesem Niveau
sollte wenn immer möglich zu 100% erfolgen und darüber hinaus so wenig wie
möglich kosten.
Alles was über diesem Worst-Case-Szenario
liegt, ist individuell je nach Unternehmen zu analysieren und entsprechend
abzusichern.
Wie Sie eine solche Strategie sinnvoll,
nachhaltig und Existenzsichernd erstellen, erläutern wir Ihnen gerne auf
Anfrage.
Rechtliches
Grundsätzlich besteht der Gesetzgeber nicht
auf einer Absicherung von Devisen- und Zinsrisiken. Aber: Es besteht eine
klare Pflicht zur Vermeidung des Konkurses. Haftbar kann dabei in der Regel der
Verwaltungsrat, der CEO, CFO oder Treasurer gemacht werden. Ob und welche
Devisen/Zinsrisiken welchen Einfluss auf Ihre Geschäftstätigkeit haben, finden
wir gerne für Sie heraus.
Gründe
für eine Absicherung oder Koordination von Währungs- und Zinsrisiken